Bodysongs und musikalisches Embodiment

Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

Bodysongs und musikalisches Embodiment

6. März 2020 um 14:00 - 7. März 2020 um 18:00

Zielgruppe: Musiktherapeuten und interessierte Psychotherapeuten

Referenten: Uwe Loda und Martina Baumann

Bodysongs sind Lieder, die in Kombination mit Bodypercussion gesungen werden. Bei Bodysongs macht der Körper die Beats und ist das rhythmische Begleitorchester. Der Körper erzeugt und erfährt durch schnipsen, klatschen, stampfen, gehen und vielfältige andere Bodysounds mit Händen, Fingern, Füßen und Mund ein vertieftes, ganzheitliches Rhythmus- Schwingungs- und Klangerlebnis. Diese Form des körperlich erlebten Musik wird in vielen Kulturkreisen als ursprüngliche Spielart des Musizierens und Kommunizierens praktiziert. Sie ist gegenwärtig als künstlerische Ausdrucksform unter dem Begriff Bodymusic (z.B. Babatuques aus Brasilien oder Stomp aus England) bekannt. In pädagoischen und therapeutischen Zusammenhängen spricht man hierbei von KörperMusik. Bodysongs sind ein Teil der KörperMusik. Die KörperMusik besteht aus Rhythmus- und Stimmarbeit und erlebt gerade eine rasante Entwicklung und Resonanz in vielfältigen Kontexten und Verknüfungen. Die therapeutische Arbeit mit Bodysongs entspricht dem neuesten Stand klinischer Forschung und Praxis, die in zunehmendem Maße strukturierte Werkzeuge und Module als Selbstregulation und Selbststärkung integriert. Bodysongs sind hierzu ein musiktherapeutisches Pendant. Wir haben in den letzten Jahren (im Kontext unserer musikpsychotherapeutischen Arbeit in der Psychosomatik und im Bereich der Palliative Care (Begleitung der Begleiter) Singen in Bewegung als Baustein der körper- und stimmorientierten Musiktherapie weiterentwickelt und in unsere therapeutische Arbeit implementiert. ) ( oder besser wir haben in den letzen Jahren….. Elemente der KörperMusik weiterentwickelt und in unsere musikpsychotherapeutische Arbeit integriert). Dabei sind insbesondere die Bodysongs auf große Resonanz gestoßen.

Zu den Inhalten des dreiteiligen Seminarzyklus´: Die Zusatzqualifikation „therapeutisch basierte Bodysongs in der Musik- und Psychotherapie“ ist ein praxisorientiertes Methodenseminar. Es ermöglicht den Teilnehmern/innen, sich mit Bodysongs vertraut zu machen,sie zu verkörpern und sie im Gruppen- oder Einzelsetting im Kontext eines therapeutischen oder (heil)pädagogischen Prozesses anzuwenden. Das Training wird erweitert durch theoretische Ausführungen zu relevanten Grundlagen aus Neurowissenschaft, Psychotherapie, Gesundheitswissenschaft, Biopsychoneuroimmunologie uvm. Im Mittelpunkt der drei Seminarblocks stehen die Bodysongs, das Singen mit dem Körper als rhythmisches Begleitorchester und die Erfahrung mit dem, was die Teilnehmenden bei Bodysongs auf körperlicher, emotionaler, sozialer Ebene erleben. Die persönlichen Erfahrungen werden mit der eigenen Professionalität verknüpft. Ziel ist es, den methodischen Spielraum als TherapeutIn zu erweitern und die neuen Spielformen auf praktischer und theoretischer Ebene mit der eigenen Expertise zu verbinden. Die möglichen Anwendungsfelder für therapeutisch basierte Bodysongs sind unter anderem: Psychiatrie, Psychotherapie/Psychosomatik, Heilpädagogik, Gerontologie, Rehabilitation (z.B. Neurologische Rehabilitation, onkologische Rehabilitation). Die Teilnehmenden können das Erfahrene in ihre jeweiligen Arbeitskontexte passgenau integrieren. Das Training besteht aus zwei fünftägigen Modulen und einem Integrations- und Transferwochenende. Eine Zertifizierung wird erreicht durch die Vorstellung eines Bodysongs und dessen Dokumentation. Zusammenfassend geht es uns darum, die Teilnehmenden darin zu unterstützen Bodysongs, zu verkörpern, anzuleiten und mit dem eigenen Kontext zu verknüpfen. Unter verkörpern verstehen wir Präsenz, innere und äußere Haltung, Musikalität und Ästethik beim Singen in Bewegung und Anleiten der Bodysongs.

1.Modul: Praktische und theoretische Grundlagen Praktische Grundlagen: basale Rhythmusarbeit – Rhythmusspiele Bodypercussion – den Rhythmus in den Körper bringen Rhythmusreisen Selbsterfahrung im Umgang mit Rhythmus Selbsterfahrung im Umgang mit Stimme basale Stimmarbeit Stimm-Resonanzspiele Spielerische Achtsamkeit mit Körper, Stimme und Rhythmus Theoretische Grundlagen: „Wenn Beschleunigung das Problem ist – ist Resonanz die Lösung“ (H. Rosa) Die gesundheitsfördernde Wirkung von Bodysongs – Vorstellung eines von Hartmut Rosa entwickelten Modells über Resonanz – „Auf welchen Ebenen wir die Welt in Resonanz erfahren und sie uns“ -Ebene des Körpers – über die Ausschüttung von gesundheitsfördernden Hormonen, Pulsationen, Schall- und Druckwellen, die durch den Körper gehen, Herzratenvariabilität uvm. (Hüther, Henderson u.a.) -Ebene der Verbundenheit – über Spiel, Synchronisation, Kontakt und die Erfahrung von Gegensätzlichkeit in Gleichzeitigkeit z.B. Freiheit und Zugehörigkeit Die Ebene der Gedanken und Gefühle – über Ausdruck, Umdeutung und Umfokussierung von Aufmerksamkeit und das Anregen heilsamer Neuerfahrungen, Haltung, Selbstwert -Ebene des „Here and Now“ – über das Erleben von Präsenz im Hier und Jetzt, Zeitlosigkeit und Flow-Erleben -Die Resonanz der Ebenen untereinander und deren wechselseitige Beeinflussung – wie sich die Ebenen gegenseitig informieren Bodysongs und die Konzepte des Embodiment Anwendungsmöglichkeiten von Bodysongs Bodysongs als psychosomatische und psychosoziale Prävention State(Stimmung-Atmosphäre)veränderung einer Gemeinschaft, Gruppe, Station ect. Stabilisierung und Reorientierung und gezielte musikpsychotherapeutische Intervention in Bezug auf ein Problemerleben (z.B. Bei Trauma, Panik, Angst, Trauer) persönliche Anker im TransferSelbstmanagement z.B. nach einem Klinikaufenthalt oder nach Ende einer Therapie oder Prozessbegleitung

2.Modul: Didaktik Wie Bodysongs entstehen Songsourcing – Bodysongs, die sich aus einem persönlichen Prozess heraus entwickeln und erfunden werden Bodysongs, die von bereits existierenden Liedern (z.B. Liedern mit persönlicher Bedeutung, Heil- Kraftlieder, Mantren, einfache afrikanische Lieder uvm.) inspiriert werden Bodysongs, die aus der unmittelbaren Körperarbeit, dem Atem oder der Bewegung entstehen Präsenz – und die Kunst einen Bodysong zu verkörpern und anzuleiten Umgang mit Scham, Widerstand, Ängsten, Hemmungen in Bezug auf Körper und Stimme Das eigene Therapeutenverhalten erweitern: Psychoedukation, Information, Moderation Das Anleiten in kleinen Schritten üben Anwendung, Verknüpfung und Bedeutung der Bodysongs in den jeweiligen Arbeitsfeldern – wie ich die Bodysongs in meine eigenen Kontexte integriere Berücksichtigung von Kontextbedingungen Wofür können Bodysongs im spezifischen Arbeitsfeld gut sein? Wie werbe ich dafür? Wer oder was unterstützt mich dabei?

3.Modul: Abschlusswochenende Abschluss – Transfer – Integration- Zertifizierung Praxis Modifizierung und Umsetzung der Bodysongs in die eigene musiktherapeutische Tätigkeit Abschlussarbeit Anleitung und methodische Reflexion eines Bodysongs in der Weiterbildungsgruppe Vorstellung und schriftliche Dokumentation der Anwendung von Bodysongs im eigenen beruflichen Kontext. Leitung: Uwe Loda und Martina Baumann Teilnahmegebühr: Ort: Freies Musikzentrum e. V., Ismaninger Str. 29, 81675 München Diese Weiterbildung ist als Zusatzqualifikation für Musiktherapeuten/innen und interessierte PsychotherapeutInnen konzipiert. Die Teilnehmer/innen erhalten nach erfolgreicher Teilnahme ein Abschluss-Zertifikat. Bei der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft (DMtG) sind Fortbildungspunkte beantragt

Zeiten: Freitag von 14-19 Uhr, Samstag von 10-18 Uhr

Details

Beginn:
6. März 2020 um 14:00
Ende:
7. März 2020 um 18:00

Veranstaltungsort

Allton KlangGalerie
Wildunger Str. 7
Bad Zwesten, Hessen 34596 Deutschland
Telefon:
06693-8350
Website:
https://allton.de

Veranstalter

Allton OHG
Telefon:
06693-8350
E-Mail:
mail@allton.de
Website:
allton.de